Anlagemodell, Target Volatilities

Was schützt vor Kursrückschlägen?

Am 5. Februar 2018 ging ein Schock durch die weltweiten Aktienmärkte. Der Dow Jones erlebte den grössten Tagesverlust seiner Geschichte. Nach vielen Jahren mit sehr guten Renditen am Aktienmarkt kam über Nacht Nervosität und Angst zurück.
Finanzmärkte bewegen sich nicht kontinuierlich in eine Richtung, Kurskorrekturen sind immer wieder zu beobachten.
Neben dem finanziellen Verlust bei Kurskorrekturen kommen dem Anleger Zweifel, ob er grundsätzlich die richtige Strategie verfolgt. Bei der Recherche finden sich schnell eine Vielzahl von Anlagestrategien, welche oft durch griffige Formulierungen bestechen. Aber liefern die Strategien auch gute Ergebnisse? Erwirtschaftet der Anleger aus dem eingegangenen Risiko die bestmögliche Rendite (Sharpe-Ratio) und werden die bei Aktien immer wieder vorkommenden Kursrückschläge (Maximaler Drawdown) effizient eingedämmt?
Dr. Claus Huber, Geschäftsführer und Miteigentümer der Dein-Anlageberater.ch, ist verantwortlich für das Anlagemodell und untersuchte mehre Anlagestrategien.
Nachstehend stellen wir kurz drei davon vor und prüfen die Ergebnisse auf den langfristigen Erfolg in den fünf Aktienmärkten Schweiz, USA, Japan, UK und Deutschland.

BUY-AND-HOLD
Der 1999 verstorbene Börsenguru A. Kostolany wird mit der Empfehlung Aktien zu kaufen und einfach abzuwarten in Verbindung gebracht. Wir untersuchten eine Anfangsinvestition in 60 % Aktien ETF und 40 % Renten ETF. Durch die Kursentwickung ändert sich die Gewichtung, die unverändert durchgehalten wird.

60/40
Bei der 60/40 Strategie werden ebenfalls 60 % in Aktien ETF und 40 % in Renten ETF investiert. Durch Gewinne und Verluste verändern sich die Gewichte über die Zeit. Um dies auszugleichen, werden die Gewichte alle drei Monate auf die ursprünglichen Gewichte zurückgesetzt.

TARGET VOLATILITIES
Während die beiden ersten Strategien von Nominalgewichten ausgeht, zielt die Target Volatilities auf ein konstantes Risiko aus. Wie der Name verrät, ist die Volatilität, also die Neigung des Anlageinstrumentes zur Wertveränderung, die Bezugsgrösse für das Risiko. Aktienmärkte steigen oft in einem Umfeld von niedriger Volatilität, also eher ruhigen, sich stetig entwickelnden Finanzmärkten, wohingegen Kursrückschläge begleitet sind von hoher Volatilität, also starken Kursausschlägen in hektischen Märkten. Wird das Risiko beim Investieren konstant gehalten, sind in ruhigen Marktphasen die Aktiengewichtungen höher, in hektischen Phasen werden sie reduziert. Dadurch soll in möglichst hohem Umfang an Gewinnen partizipiert werden, bei Kursverlusten hingegen möglichst wenig abgegeben werden, damit diese bei der nächsten Erholung möglichst schnell wieder kompensiert werden können.
Die Zielvolatilität wurde auf 75 % des Risikos der 60/40 Strategie gesetzt.

ERGEBNISSE
Lediglich bei japanischen Aktien konnte die Buy-and-Hold Strategie gute Ergebnisse liefern und die beiden anderen Strategien auf die Plätze verweisen. In allen anderen untersuchten Märkten liefert die Target Volatilities Strategie überlegene Ergebnisse. Im Durchschnitt konnten die grössten Kursrückgänge deutlich von 22 % bei Buy-and-Hold und 21 % bei 60/40 auf nur 16 % reduziert werden.
Ebenfalls eindeutig fällt das Ergebnis bei der Risikoeffizienz aus. Target Volatilities erhöht das durchschnittliche Sharpe-Ratio von 0.27 um 0.10, die 60/40 Strategie schafft immerhin eine Verbesserung um 0.08.

Um die vorhandene Risikokapazität effizient zu nutzen und im Falle von Kursrückschlägen möglichst wenig zu verlieren, verwendet Dein-Anlageberater.ch ein selber weiterentwickeltes Anlagemodell basierend auf dem Konzept der Target Volatilities.



Bild: © © istock by Getty Images

0 Kommentar(e)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert.*

Über neue Kommentare per E-Mail benachrichtigen